auf ein Wort

Februar 2019

Liebe Gemeinde,

   Närrisch! Närrische Zeiten sind das jetzt bis Aschermittwoch. Narren dürfen sich (fast) alles erlauben. In früheren Zeiten bei Hofe waren sie die einzigen, die dem Regenten den Spiegel vorhalten und die Wahrheit ins Gesicht sagen durften. Vorausgesetzt, das gelang ihnen mit der richtigen Mischung aus Witz, Wortgewandtheit und Respekt. So, dass das anschließende Gelächter kein verhöhnendes, sondern ein befreiendes wurde. Befreiend, weil alle kurz ihre Ämter und Rollen mit ihren gesellschaftliche Pflichten vergessen konnten - und einfach Mensch sein. Selbst der König konnte das, und sei es nur für diesen kleinen Augenblick.
     Narren sind ehrlich, verbiegen sich nicht, halten sich an keine Etikette. Sie machen verrückte Sachen, und rücken dadurch das Leben mancher Menschen wieder Gerade.
Auch die Bibel ist voller Narren! David ist ein Narr, wenn er dem riesigen Goliath mit seiner Steinschleuder gegenübertritt. Und mit Gottvertrauen. Jesus ist ein Narr, als er sich dem Aussätzigen nähert, ihn berührt und heilt. Aus Liebe. Paulus nennt sich selber einen Narren, weil er von heute auf morgen überzeugt ist, dass ein gekreuzigter Verbrecher auferstanden und der Heiland der Welt ist – Jesus.
    Trauen Sie sich doch ruhig auch hin und wieder ein wenig närrisch zu sein. Trauen sie der Liebe. Der Kraft des Neuanfangs. Und Gott. Und lachen Sie sich eins, wenn jemand sagt: „Du bist ja närrisch!" Nehmen Sie's als ein Kompliment. Sie sind in guter Gesellschaft.
Es grüßt Sie Ihre Pfarrerin

Es grüßt Sie Ihre Pfarrerin Silvia Henzler