auf ein Wort

Januar 2020

Liebe Gemeinde,

   Raketen, Knaller und sonstiges Feuerwerk zu Silvester kann ich gut verzichten. Aber wenn das neue Jahr eingeläSilvesterutet wird, bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut.
   Als Kinder standen wir oft mit der ganzen Familie bei der Alten Veste und zählten die letzten Sekunden des alten Jahres. Manche voreilige Rakete zerplatzte einsam über der Stadt. Weitere kamen dazu. Der erste dicke Knaller.
   Und dann stieg der erste tiefe Glockenton auf. Auch dieser Ton erklang erst einsam, wurde mit jedem Schwingen der Glocke größer und voller. Von nah und fern stimmten nach und nach aus allen Himmelsrichtungen die Glocken der anderen Kirchen ein und vereinten sich zu einem großen Chor. Gemeinsam übertönten sie das krachende Getöse der Feuerwerkskörper. Und man hörte sie noch, als Fürth und Nürnberg längst vom Pulverqualm vernebelt waren.
   Diese Glocken kann jeder hören. Nicht nur zum Jahreswechsel. Und nicht nur am Sonntag zur Gottesdienstzeit. Auch an allen Alltagstagen am Morgen oder Abend oder mittendrin. In den Lärm und die Hetze klingt dann ein anderer, neuer Ton hinein. Unsere Zeit in Gottes Händen.
   Ich glaube, wie so ein Glockenton wird auch immer die Gute Nachricht von Gottes Mensch gewordener Liebe zu hören sein in unserer Welt. Hören wir hin und stimmen wir ein in diesem neuen Jahr!

Ihre Pfarrerin Silvia Henzler