auf ein Wort

Mai  2018

Liebe Gemeinde,

Im Mai feiern wir in der Kirche das Pfingstfest - den Geburtstag der christlichen Kirchen.Pfingsten
Wild und laut geht es meist zu, wenn die Bibel vom Gottesgeist erzählt: Als stürmisch wehender Wind, als loderndes Feuer, fließendes Wasser, schnell dahinziehendes Wolkengebilde erscheint er den Menschen. Bewegung. Energie. Schöpfungskraft. Das genaue Gegenbild zu Trägheit und Tod. „Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm", heißt es im Pfingstevangelium.
 Wir verstehen unter Geist heute gern etwas Vornehmes, Leises: Intellekt, Verstand, die Fähigkeit, brillant zu denken und geschliffen zu formulieren. Ganz anders die Zeugen des ersten Pfingstereignisses damals in Jerusalem.
 Der Heilige Geist transportiert etwas von Gott zum Menschen: Leidenschaft, Sehnsucht, spirituelle Energie, Glaubenskraft. Im Geist ist Gott unter den Menschen Gegenwärtig.
 Aber dieser Geist „weht, wo er will", niemand kann ihn pachten, er hält sich nicht an Grenzen und heilige Hierarchien, die ihn zähmen wollen. In der Geschichte des Christentums drohte der mächtig brausende Atem Gottes oft zu einem matten Hauch zu verkümmern. Zum Glück gab und gibt es bis heute Gegenbewegungen, zu denen ich auch unseren SOS zähle. Zum Glück schwirrt er immer noch frei herum, der Gottesgeist. Er taucht dort auf, wo man ihn nicht vermutet. Er sorgt für Überraschungen, bringt die gewohnten Abläufe durcheinander. Und das ist gut so.
 

Ich wünsche Ihnen einen angeregten und anregenden Mai, Ihr Pfarrer Udo Götz