auf ein Wort

November 2019

Liebe Gemeinde,

   der November ist der Monat mit dem größten Anteil an Erinnerungskultur. Und wir schauen in unterschiedlicher Weise auf Vergangenes zurück. Da gibt es das Erinnern an dunkle Kapitel der Deutschen Geschichte am Volkstrauertag ebenso wie das liebevolle Erinnern an Menschen und wertvolle Zeiten am Ewigkeitssonntag. Ewigkeitsonntag
   Unterschiedliche Aspekte des Erinnerns, die doch beide etwas gemeinsam haben: Sie unterliegen dem Wandel. Die Art und die Wertschätzung der Erinnerung verändert Sich.
   Da ist zum einen die immer kleiner werdende Zahl der Betroffenen. Es ist abzusehen, dass es in ein paar Jahren niemanden mehr geben wird, der die Schrecken des letzten Weltkriegs persönlich miterlebt hat. Wird da nicht die Erinnerung abstrakt?
   Und der Ewigkeitssonntag? Hier erlebe ich nach wie vor einen großen Zustrom. Und doch gibt es Konkurrenz durch ein persönliches Trauern, das die Gemeinschaft nicht braucht. Individuelles Abschiednehmen mit einem ganz eigenen Rhythmus, mit Trauerräumen im Internet und Nachklängen auf facebook. Doch nehmen wir uns nicht etwas weg, wenn wir in beiden Fällen uns auf das Private zurückziehen und die Gemeinschaft ausschlagen? Vielleicht braucht es auch hier einen gesunden Mittelweg. Vieles ist im Wandel. Und am Ende wird nur das bleiben, was wandelbar ist.

Einen November mit guten und wertvollen Rückblicken wünscht Ihr Pfarrer Udo Götz